Konsortium „Jugendliche mit extremer Adipositas“ - JA-Studie


im BMBF geförderten Kompetenznetz Adipositas


Die Adipositas bezeichnet eine übermäßige Vermehrung von Körperfett und wird definiert mit einem Body-Mass-Index (BMI) von über 30 kg/m2 bei Erwachsenen.  
In Deutschland sind in der Altersgruppe der Jugendlichen (14-21 Jahre) über 200.000 betroffen. Adipositas entsteht, wenn dem Körper mehr Energie zugeführt wird als er verbraucht. Nur in wenigen Fällen kann eine Erkrankung, wie z.B. eine Hormonstörung, als Ursache festgestellt werden.

Aufgrund der häufig auftretenden körperlichen und psychischen Begleiterkrankungen, kann Adipositas die Lebensqualität enorm einschränken.

Häufige Folgen sind:
- Diabetes mellitus Typ 2 (Altersdiabetes)
- Bluthochdruck
- Herz-Kreislauferkrankungen
- Fettstoffwechselstörungen (z.B. hohes Cholesterin)
- Leberverfettung und -entzündung
- Störungen im Hormonhaushalt
- Gelenkbeschwerden
- Psychische Probleme
- Soziale Isolation einschließlich Arbeitslosigkeit
- Einschränkung der Fruchtbarkeit
- Schlafstörungen und Müdigkeit

Das Angebot – JA-Studie

Für Jugendliche im Alter von 14 bis 21 Jahren mit einem BMI
über 30 kg/m2 bieten wir eine neue umfassende Versorgung in fünf
verschiedenen spezialisierten Kliniken in Deutschland an. Darin enthalten sind:

1.     Angebot eines neuen Versorgungsprogramms
2.    Informationen zu verschiedenen Behandlungsmaßnahmen
2.    umfassende, medizinische Untersuchungen
3.    neue wissenschaftliche Informationen über Adipositas
4.    Hilfestellungen und Kontaktvermittlungen zu ausgewählten Experten
6.    Unterstützung beim Finden eines Ausbildungs- oder Arbeitsplatzes
7.    Kontakt mit anderen Betroffenen

Die Ziele für die Patienten sind:
- die Steigerung des Selbstwertgefühls
- die frühzeitige Diagnose und Behandlung von Folgeerkrankungen
- die Integration in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt

Drei-Phasen-Programm (JA-Studie)

1.    In Phase eins wird den betroffenen Jugendlichen eine umfassende Untersuchung des körperlichen und psychischen Gesundheitszustandes angeboten.
2.    Bei weiterem Interesse können die Jugendlichen in Phase zwei an einem 3-6 monatigen innovativen Gruppenprogramm teilnehmen. Dieses hat nicht die Gewichtsabnahme zum Ziel, sondern soll Fertigkeiten vermitteln, die bei der Eingliederung in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt helfen sowie das Selbstwertgefühl steigern sollen.
3.    Schließlich wird den Jugendlichen in Phase drei eine individuelle Therapie vorgeschlagen. Für manche Jugendliche führt dies bis hin zum adipositas-chirurgischen Eingriff. Operierte Jugendliche werden in ein innovatives, strukturiertes Betreuungsprogramm aufgenommen.

Wir wollen alle Jugendlichen mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2) über viele Jahre betreuen.

In einem Netzwerk arbeiten wir mit verschiedenen Einrichtungen, wie z.B. den Krankenkassen oder den Jobcentern, mit denen die Jugendlichen Kontakt haben, zusammen.

Somit sind wir in der Lage, den Jugendlichen neben der medizinischen Versorgung auch wichtige Kontakte für die Integration in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt zu vermitteln.

Unser Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Versorgung von Jugendlichen mit Adipositas (BMI ≥ 30 kg/m2) in Deutschland zu etablieren.     

Bei Interesse können Sie sich gerne bei einem der aufgeführten klinischen Zentren in Ihrer Nähe melden.

Wir freuen uns darauf, Sie kennen zu lernen.


Ansprechpartner in Ulm:

Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie,
Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin,
Universität Ulm,
Eythstr. 24, 89075 Ulm
Tel: 0731 / 500 57401, Fax: 0731 / 500 57407


Ansprechpartner:

Dr. med. Julia von Schnurbein

Dr. biol. hum. Anja Moß

Prof. Dr. med. Martin Wabitsch


E-Mail: ja-studie@uni-ulm.de

 

Weitere Ansprechpartner:

Charité Universitätsmedizin Berlin

Ambulantes Adipositas Zentrum
Interdisziplinäres SPZ der Kinderklinik
Augustenburger Platz 1
13353 Berlin
Tel: 030 / 450 566 889

Ansprechpartner: Dr. Susanna Wiegand, Dr. Annika Bickenbach
Email: babeluga(at)charite.de

 

Vestische Kinder- und Jugendklinik

Universität Witten/Herdecke
Dr. F. Steiner Str. 5
45711 Datteln
Tel: 02363 / 975 349

Ansprechpartner: Prof. Dr. Thomas Reinehr, Dr. Barbara Wolters, Frau Alex Geisler, Frau Anke Schäfer
Email: A.Schaefer(at)kinderklinik-datteln.de

 

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin am Universitätsklinikum Leipzig

Universität Leipzig
Liebigstraße 20a
04103 Leipzig
Tel.: 0341/9726000

Ansprechpartner: Prof. Dr. Wieland Kiess, Frau Madlen Neef, Frau Annett Witzmann

Email: madleen.neef@medizin.uni-leipzig.de

 

Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik undPsychotherapie des Kindes- und Jugendalters

LVR-Klinikum Essen
Kliniken/Institut der Universität Duisburg-Essen
Wickenburgstr. 21, 45147 Essen
Tel.: 0201 / 87 07 – 466

Ansprechpartner: Prof. Dr. Johannes Hebebrand
Email: ja-studie@uni-due.de